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Wenn der Nacken nach vorne zieht

Tipps gegen den sogenannten Geierhals

Es passiert schleichend und bleibt lange unbemerkt: ein schneller Blick aufs Smartphone, eine kurze Zeit am Laptop und plötzlich ist der Kopf nicht mehr über den Schultern, sondern hängt ein Stück davor. Im Volksmund spricht man vom „Geierhals“, in der Physiotherapie von einer „Vorverlagerung des Kopfes“. Diese weit verbreitete Fehlhaltung kann die Lebensqualität spürbar beeinträchtigen. Wir zeigen wir Ihnen einfache Übungen, mit denen Sie gegensteuern können.

Was passiert im Körper?

Unser Kopf wiegt zwischen vier bis sechs Kilogramm. Solange er in aufrechter Position über der Wirbelsäule getragen wird, verteilt sich dieses Gewicht gleichmäßig auf die Halswirbelsäule. Doch neigt sich der Kopf nur wenige Zentimeter nach vorne, muss die Nackenmuskulatur deutlich mehr Kraft aufbringen, um ihn zu halten. Bei fünf Zentimetern Vorneigung wirken bereits Kräfte von bis zu 15 Kilogramm auf Nacken und Schultern – als würden wir ständig eine schwere Einkaufstasche mit uns herumtragen. 

Die zusätzliche Dauerlast führt dazu, dass bestimmte Muskeln überfordert sind, während andere „abschalten“. Besonders die tiefen Nackenmuskeln, die eigentlich für die feine Stabilisierung der Halswirbelsäule verantwortlich sind, werden träge. Gleichzeitig verspannen sich die oberflächlichen Muskeln, Sehnen verkürzen und Faszien verkleben. Die Halswirbelsäule verliert so nach und nach ihre natürliche Krümmung. 

Unser Körper versucht, das wachsende Ungleichgewicht auszugleichen – häufig mit einer verstärkten Rundung der Brustwirbelsäule oder einer veränderten Position der Schultern. Dadurch entsteht ein Teufelskreis: Die Haltung verschlechtert sich weiter, die Muskulatur ermüdet schneller und die Beschwerden nehmen zu. Viele Betroffene bemerken dies zunächst nur als leichtes Ziehen im Nacken oder ein Brennen zwischen den Schulterblättern. Wird die Fehlhaltung jedoch über Wochen und Monate beibehalten, kann sie zu Kopfschmerzen, Schwindel, reduzierter Konzentration oder sogar Missempfindungen in den Armen führen. 

Was hilft dagegen? 

Die gute Nachricht: Haltung ist trainierbar! Mit etwas Bewusstsein und gezielten Übungen lässt sich viel erreichen. Schon regelmäßiges Schulterkreisen oder ein bewusst aufgerichteter Blick beim Smartphone entlastet die Halswirbelsäule deutlich. Auch kurze Bewegungspausen im Alltag helfen: Aufstehen, einmal tief durchatmen, die Schultern nach hinten unten ziehen und schon fühlt sich die Haltung ein Stück entspannter an. Mit unseren Übungen können Sie Ihre Haltemuskulatur stärken und Verspannungen lösen.

Autorin

Anja Degelmann

Leitung Therapeutenteam Klinik Münchberg

Physiotherapeutin

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